Landesverbandes Sächsischer Buckfastimker e.V
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Der „Zuchtweg der Buckfast-Biene“ wird in die Sächsische Landesliste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Die Zucht der Buckfastbiene stellt einen Wendepunkt in der Geschichte der modernen Imkerei dar. Mit ihr wurde vor rund 100 Jahren erstmals eine erbfeste Kulturbienenrasse der Westlichen Honigbiene geschaffen – ein Beispiel für bewusstes menschliches Gestalten im Sinne nachhaltiger Landwirtschaft und Kulturpflege. Die Buckfastbiene ist das erste voll domestizierte Haustierrasse der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera).
Der »Zuchtweg der Buckfastbiene« beruht auf einem offenen, nie abgeschlossenen Prinzip: Durch Testkreuzungen und sorgfältige Auslese über mehrere Generationen werden gewünschte Eigenschaften wie Sanftmut, Vitalität oder Krankheitsresistenz in stabile Zuchtlinien integriert. Diese Zuchtmethode ermöglicht eine fortlaufende Anpassung an sich wandelnde Umweltbedingungen und wird bis heute weltweit angewendet. Die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Imkerei wie Klima- und Vegetationsveränderungen, Krankheiten und Parasiten kann mit dem dynamischen und nie abgeschlossenen Zuchtweg der Buckfastbiene wirkungsvoll begegnet werden.
Entwickelt wurde die Zuchtmethode durch den Benediktinermönch Bruder Adam (Karl Kehrle) in der Klosterimkerei in Buckfast Abbey in Südwestengland. Mit Unterstützung des süddeutschen Imkers Franz Fehrenbach verbreitete sich die Buckfastbiene auch in Mitteleuropa. Die Gründung der Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker e. V. (GdeB) im Jahr 1976 markierte den Beginn einer europaweiten, von gemeinschaftlichem Engagement getragenen Bewegung. Was zunächst als Außenseiterprojekt belächelt wurde, entwickelte sich zu einem lebendigen Netzwerk von über 3.500 Imkernden in 18 Landesverbänden in die größte grenzüberschreitende Züchtergemeinschaft Europas. Zentrales Element dieser Gemeinschaft ist der kollektive Austausch von Wissen und Zuchtmaterial. In enger Zusammenarbeit betreiben Mitglieder Insel-, Gebirgs- und Landbelegstellen. Das gemeinsame »Buckfastjournal« dient als Kommunikationsplattform und Wissensarchiv. Inzwischen gibt es neben den üblichen Imkertagungen und Netzwerktreffen zahlreiche Diskussionsformate wie Podcasts oder Anleitungs- und Vortragsvideos in sozialen Netzwerken.
Die Zucht der Buckfastbiene ist damit mehr als ein züchterischer Erfolg – sie ist Ausdruck einer übernationalen, solidarischen Kulturpraxis, die Wissen, Erfahrung und Verantwortung für Mensch und Umwelt vereint.
